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Mond

"Guter Mond, du gehst so stille in die Abendwolken ein" lautet eine Textzeile eines bekannten Volksliedes. Doch dorthin scheint er nur zu entschwinden, in Wirklichkeit ist er uns nicht so nahe. Der Mond umkreist in einer Entfernung von 384.400 km entfernt als treuer Trabant unseren Heimatplaneten Erde in einem Zyklus von 29 Tagen, 12 Stunden und 44 Minuten. Der Mond dreht sich dabei auch so um sich selbst, dass er uns immer die gleiche Seite zuwendet, wobei laut Satellitenaufnahmen die andere Seite des Mondes keine weiteren großartigen Überraschungen bietet. Krater, Staub und Gestein prägen seine Oberfläche, die man in klaren Vollmondnächten sogar ziemlich deutlich besonders mit einem Fernglas wahrnehmen kann. Im Vergleich zur Erde mit ihrem Durchmesser von 12.700 km ist der Mond mit 3,476 km Querschnitt ein Zwerg. Er beinflusst aber zusammen mit der Sonne den Meeresspiegel  im Ablauf der Gezeiten von Ebbe und Flut und zu einem geringen Teil sogar die Erdoberfläche. Wobei diese Kräfte nicht in allen Meeren gleich starke Wirksamkeit zeigen.

Daraus abgeleitet meinen auch viele Menschen unserer Tage, dass der Mond direkte und unmittelbare Auswirkungen auf uns und die Wachstumsperioden der Pflanzen hätte. Holzschlägern, Haareschneiden und Körperpflege, ärztliche Eingriffe, Putzen und Gartenarbeiten, alles wird durch Mondphasenkalender vorgeschrieben und von vielen auch akribisch genau befolgt. Empirisches Wissen oder Aberglaube, das soll jeder selbst entscheiden.

Dass der Monatszyklus der Frau dem Mondzyklus ziemlich genau entspricht, ist eine Tatsache. Kultische Handlungen und Zeremonien im Zusammenhang mit diesen parallell ablaufenden Monatsläufen ergaben sich daraus: rein oder unrein, Vollmond oder Neumond, Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit. Der Mond als Mysterium, der über Jahrtausende hinweg als heilig galt. 

Über die Entstehung des Mondes wurde lange Zeit gerätselt. Heute gilt als am wahrscheinlichsten, dass ein Teil der Erde durch einen Zusammenstoß mit einem der großen Himmelswanderer, einem Meteor, sozusagen abgespaltet worden ist und seither, gefangen durch die Erdanziehungskraft seine und unsere Mutter Erde als eine Art natürlicher Satellit umkreist. Der Mond, ein Sohn oder eine Tochter der Erde, dazu verurteilt, auf ewig Distanz zu seiner Gebärerin halten zu müssen und doch untrennbar an sie durch die Kräfte der Gravitation gebunden zu sein. In einigen Sprachen ist  "der Mond" männlich, aber es gibt auch Sprachen, wo "luna" weiblich ist. Das hängt von der jeweiligen, kulturgeprägten Betrachtungsweise dieses Himmelskörpers Mond ab und von den ihm oder ihr zugeordneten Eigenschaften und Gottheiten. Franz von Assisi fand wunderbare Worte in seinem Lobpreis der Schöpfung, dem Sonnengesang. Darin heißt es: "Gelobt seist Du, mein Herr durch die Schwester Mond und die Sterne..."

In vielen Kulturen und Religionen hatte der Mond eine große Bedeutung .Und wer fähig war, durch ausdauernde Beobachtung und früh sogar schon ziemlich genauer Berechnungen die Mondfinsternisse vorauszusagen, besaß großen Einfluss. Denn im unwissenden Volk herrschte die abergläubische Vorstellung, dass ein Drache Sonne oder Mond verschlingen und nach dem furchtauslösenden Ereignis so einer Finsternis wieder ausspeien würde. Es wurden sogar Schlachten und Kriege durch solches Wissen beeinflusst und entschieden. Durch diese Mondfinsternisse wurde auch der Weg zur Erkenntnis gewonnen, dass die Erde eine Kugelform hat, denn der Schatten der Erde fällt dann auf den Mond.

Im Juli 1969 betrat der erste Mensch einen Himmelskörper außerhalb der Erde, den Mond und tat damit zugleich einen Schritt hinaus in die unvorstellbaren Weiten des Weltalls, in die unendliche Fremdheit des Universums. Gekleidet in über 80 kg schwere Raumanzüge wagten die ersten Raumfahrer das bisher Menschenunmögliche und boten dem absolut lebensfeindlichen Mondklima mittels modernster Technik die Stirn. Es herrschen dort Tagestemperaturen von annähernd 100 Grad Celsius und Nachttemperaturen von bis zu minus 150 Grad. Die Schwerkraft ist um ein Vielfaches geringer als auf der Erde im Verhältnis 1 zu 6. Deshalb war es auch erst möglich, dass die Astronauten sich in den überaus schweren Raumanzügen bewegen konnten. Der Mond besitzt keine eigene Atmosphäre, deshalb können die Strahlen der Sonne und des Universums ungehindert bis zum Mondboden dringen und sogar bis 1m unter die Mondoberfläche. Dort werden durch diese starken Strahlungen und Sonnenwinde dann sogar Kernreaktionen ausgelöst. Proben des Mondbodens und Gesteinen von über 300 kg wurden zur Erde mitgenommen. Die Untersuchungen an diesem für die Erdgeschichtsforschung und die Selenologie (die Erforschung des Mondes) so einzigartigen Material dauern bis zum heutigen Tag an und es werden immer noch neue Erkenntnisse daraus gewonnen. Diese Gesteine sind denen der Erde so ähnlich, dass aufgrund dieser Vergleiche die Absprengtheorie erhärtet werden konnte.

Meteoriten und Gesteinsbrocken treffen ungehindert auf den Mond auf so wird seine Oberfläche mit immer neuen Kratern übersät. Diese Mondkrater werden auf Mondkarten erfasst und die größten von ihnen bekommen Namen berühmter Wissenschafter wie Ptolemäus oder Kopernikus. Galileo Galilei erstellte schon bemerkenswert genaue Mondkarten.

Die Zyklen des Mondes - zunehmender Mond - Vollmond - abnehmender Mond - Neumond - sind die für uns Menschen sichtbaren, von der Sonne beleuchteten Teile des Mondes. Das "Mondlicht ", so romantisch es auch sein mag, ist nur ein schwacher, vom Mond reflektierter Widerschein unseres Fixsterns Sonne ( nur 7 Prozent des Sonnenlichts ). So viele Daten und Forschungsergebnisse die Wissenschaft auch liefert, nie wird der Zauber einer Mondnacht darunter leiden, nie werden die Menschen aufhören, bei Mondlicht romantische Gefühle zu entwickeln. Manche Dinge lassen sich nicht entzaubern.